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Ist eine Reise nach Indien sicher für Frauen?

Bollywood. Bunte Kleider. Kühe. Menschenmassen. Tempel. Yoga. Hippies.

Das war alles, was ich vor meiner Reise nach Indien mit dem Land in Verbindung bringen konnte und habe mich wahnsinnig auf die neuen Erfahrungen gefreut.
Meine Erwartungen haben sich auch allesamt bestätigt, ist Indien doch genau wie erwartet ein buntes, vielfältiges und interessantes Land und doch hat sich mein Bild von Indien leider trotzdem sehr verändert. 

 

*Änderung am 10.03.2018*

In diesem Bericht habe ich ausschließlich von meinen schlechten Erfahrungen in Indien berichtet. Ich habe sie neutral aufgelistet und versucht im Nachhinein zu verstehen, weshalb ich so viele schlechte Erfahrungen machen musste. Die einzigen Gründe, die ich mir hier vorstellen konnte, waren, dass ich sehr günstig gereist bin, auf Komfort stehts verzichtet habe, auch mal von der Touristenroute abgewichen bin und dass ich keinen Ehering trug. 

Es ging in meinem Bericht hauptsächlich um die Frage nach der Sicherheit in Indien, die ich nach meinen Erfahrungen nicht mehr ganz so einfach beantworten konnte. Ich persönlich konnte mich bei solch schlechter Erfahrungen nicht mehr sicher fühlen und meine Freundin mit der ich unterwegs war und die auf anderen Reisen ebenfalls nie Probleme hatte, hat ihre Reise aus diesem Grund auch vorzeitig abgebrochen. Dennoch habe ich in meinem Bericht deutlich darauf hingewiesen, dass es nicht so pauschal möglich sei, ein Land als sicher oder unsicher einzustufen.

In Ländern wie Kolumbien, Marokko oder Sri Lanka habe ich beispielsweise keine einzige schlechte Erfahrung gemacht, fühlte mich während der gesamten Reise sicher, habe aber dennoch viele andere Reisende getroffen, die dies auf Grund ihrer Erfahrungen komplett anders wahrnahmen. Ich kam also am Ende meines Berichts zu dem Plädoyer, dass ich auf Grund meiner Erfahrungen, das Land für kein sicheres Land für eine Alleinreisende Frau halte, sofern ich Sicherheit anhand meiner subjektiven Erfahrungen definieren kann.

 

Welche Verantwortung habe ich als Reiseblogger?

Mein Bericht stieß auf sehr unterschiedliche Reaktionen. Die einen nahmen meine Auflistung von Erfahrung dankend entgegen, um besser auf Indien eingestellt zu sein, die anderen empfanden meine Auflistung dem traumhaften Land und seiner Menschen gegenüber nicht gerecht. Ich nahm mir die Kritik wirklich sehr zu Herzen und dachte viel darüber nach, welche Rolle und vor allem Verantwortung ich als Schreiber eines Reiseblogs habe.

Was macht man wenn man unzählig schlechte Erfahrungen mit den Menschen eines Landes gemacht hat? Schreibt man in diesem Fall lieber gar nichts, um kein schlechtes Bild von dem Land zu vermitteln? Indien steht in den Medien oft eher mit seinen Schattenseiten da, meine Auflistung hat dieses Bild vollkommen bestätigt und vielleicht sogar verstärkt. Ich liebe das Reisen und möchte auf Grund der Erfahrungen eines einzelnen Menschens, in diesem Falle mir, nicht gleich ein ganzes Land verteufeln. Das war auch nie meine Absicht gewesen, denn mein Resumé war dennoch, dass mich kein anderes von mir bisher besuchtes Land mehr faszinierte wie Indien.

Kein Land hat mich mit meinen damaligen 22 Jahren mehr geprägt. Keine Reise hat mehr nachhaltige Eindrücke hinterlassen und mich dauerhaft verändert. Indien hatte etwas magisches an sich, dass ich kaum in Worte packen kann. Es war eine vollkommen andere Welt und mit nichts, was ich bisher gesehen oder erlebt habe zu vergleichen. Die Städte, die Kleidung, die Busse, die Farben, die Kühe, die Traditionen, das Essen, die Gerüche, die Natur, all das hat mich extrem beeindruckt und diese Eindrücke haben mich nie wieder losgelassen. Selbst heute 5 Jahre nach meiner Reise denke ich noch oft darüber nach und hege noch immer den Wunsch wieder zurückzukehren.

Ich weiß nicht, inwiefern es meinen Lesern hilft, ihnen von meinen negativen Erfahrungen zu berichten. Ich  nahm an, dass sich andere Frauen anhand meiner Fehler, wie zum Beispiel sich nicht ganz vorne in den Bus zu setzen, oder die teurere Zugklasse zu kaufen, besser auf ihre Reise vorbereiten könnten. Dennoch möchte ich kein negatives Bild über ein Land verbreiten, dass ich selbst gerne wieder bereisen möchte und trotz all der Vorkommnisse positiv in Erinnerung behalten habe. 

 

Wer ist Schuld an den schlechten Erfahrungen?

Im Laufe der Jahre habe ich viele Diskussionen mit anderen Frauen über Indien geführt, es gab immer zwei Lager, die einen, die sich rundum sicher gefühlt haben und die anderen, bei denen dies nicht der Fall war. Was mir dabei oft auffiel war, dass es für das Nichtempfinden von Sicherheit meist sehr schnell zu der Frage von Schuld kam.

Waren die Frauen nicht selbst daran Schuld, dass sie sich nicht sicher gefühlt haben? Waren sie vielleicht sogar den Sitten entsprechend falsch gekleidet? Haben sie sich den Männern gegenüber anzüglich verhalten? Für viele stand fest, an den Männern kann es nicht gelegen haben. Vielleicht haben diese Frauen mit ihren schlechten Erfahrungen auch einfach nur überreagiert oder Indien ist einfach nichts für sie, vielleicht sind sie einfach zu zimperlich und schwach für dieses Land. Mich hat dies immer sehr traurig gemacht. Ich weiß, dass ich mich garantiert angemessen gekleidet habe, keine zweideutigen Andeutungen gemacht habe, keine Situationen falsch interpretiert habe und vor allem immer deutlich klar gemacht habe, dass man mich nicht anfassen darf. Wie kann sich überhaupt jemand das Recht nehmen anderes zu behaupten?

Mir ist im Großen und Ganzen außer vielen unschönen Momenten, Nächten oder Busfahrten nichts sonderlich schlimmes passiert, auch wenn manche Situationen beinahe schlecht ausgegangen wären. Aber ist es nicht all den Frauen, denen wirklich etwas passiert ist, unfair gegenüber, zu behaupten es sei ihre eigene Schuld? Dass sie sich vielleicht falsch verhalten haben, vielleicht zu empfindlich seien, mit ihrer Schilderung vielleicht einfach übertreiben? Ich finde das absolut nicht richtig und denke, dass jeder Mensch, das Recht haben sollte mit seinen Erfahrungen ernst genommen zu werden, ganz unabhängig in welchem Land sie entstanden sind.

 

Indien im Vergleich zu anderen Ländern auf der Welt

Bisher hatte ich auf meinen Reisen immer Glück gehabt, außer ein paar blöder Sprüche, Blicken oder Gesten von Männern ist mir persönlich nichts weiter schlimmes passiert. Was mich in Indien jedoch so störte, war hingegen das Angefasst werden, das mir zu Nahe kommen, das verkehrte Frauenbild von dem mir andauernd geschildert wurde, die vielen Fragen über mein Sexualleben und leider auch ein paar Geschehnisse, die mir wirklich Angst machten.

Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich auch in Deutschland bereits mehrfach angefasst wurde, in der Frankfurter Bahn als auch am Strand in Fuerteventura einen masturbierenden Mann erleben musste oder beim Heimlaufen in der Nacht es mehrmals mit der Angst zu tun bekam. Es handelte sich hierbei aber immer um Einzelfälle, die leider in dem Leben einer Frau schon fast Gewohnheit sind. In Indien häuften sich die Vorfälle allerdings und waren selbst in der Öffentlichkeit mit vielen Menschen Gang und Gebe, was mir einfach mein komplettes Gefühl von Sicherheit nahm.

 

Darf man als Reiseblogger auch von den schlechten Erlebnissen berichten?

Bei all den Diskussionen habe ich mir immer wieder die gleiche Frage gestellt: Ist es vielleicht gesellschaftlich einfach nicht in Ordnung ist, von schlechten Erlebnissen zu berichten? Vielleicht möchte man als Leser ausschließlich Lust aufs Reisen gemacht bekommen und sich nicht mit negativen Erfahrungen die Lust verderben lassen. Vielleicht darf man nur von Ländern negativ berichten, die sonst positiv in den Medien dargestellt werden? Vielleicht ist es unfair, da ich ein Bild bestätigt habe, dass viele seit Jahren versuchen zu beseitigen?

Als ich meine Erfahrungen niederschrieb habe ich mir um ehrlich zu sein keine Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht nicht in Ordnung sein könnte, negativ über ein Land zu berichten und vor allem meine Geschehnisse detailliert zu beschreiben. Meiner Meinung nach hatte ich mit meinem Bericht die Möglichkeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie es in Indien auch sein konnte, um andere Frauen darauf mental vorzubereiten. Zum anderen dachte ich, dass es auf einem authentischen Reiseblog auch dazu gehört die negativen Seiten des Reisens aufzuführen. Zu zeigen, dass es mit Urlaub machen oft nicht gleichzusetzen ist und im Gegenteil sogar sehr anstrengend sein kann.

Ich würde jedoch nie auf die Idee kommen, anderen Frauen oder auch Männern auf Grund meiner subjektiven Erfahrungen davon abzuraten in ein Land zu reisen, worauf ich in meinem Bericht auch oft deutlich gemacht habe. Trotz meiner negativen Erfahrungen mit den Männern, möchte auch ich nochmal zurück und weitere Teile, vor allem den Süden, der, wie mir nun oftmals mitgeteilt wurde, viel entspannter sein soll, kennen zu lernen. 

 

Warum ich meine negativen Erfahrungen in Indien nicht mehr öffentlich teile

Indien kann extrem anstrengend sein, darauf sollte man vorbereitet sein. Es kann vorkommen, dass man als Frau viele Probleme mit einheimischen Männern hat, ich war bei Weitem nicht die einzige, auch darauf sollte man vorbereitet sein. Ich habe mich nach Jahren dazu entschlossen meine Erfahrungen nicht mehr detailliert öffentlich zu teilen, sondern nur auf Nachfrage per E-Mail weiterzugeben. Ob dies die richtige Entscheidung ist, bin ich mir leider immer noch nicht genau sicher.

Was ich jedoch auf jeden Fall verhindern möchte, ist irgendjemanden davon abzuhalten in dieses beeindruckende Land zu reisen und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Ich halte es zwar für richtig und auch sehr wichtig über negative Erfahrungen auf Reisen zu sprechen, möchte dabei allerdings nicht die Gefahr eingehen, ein ganzes Land in einem schlechten Licht dastehen zu lassen und ein sowieso schon verbreitetes Bild von Indien zu verstärken. Genau so wenig möchte ich diesen gesamten Beitrag jedoch löschen, da ich eine kritische Haltung und ein Bewusstsein gegenüber Gefahren weitaus wichtiger finde, als ein Beschönigen mit ausschließlich positiven Berichten. 

 

Daher meine Bitte an Euch

Bitte reist nach Indien und macht euch euer eigenes Bild. Seid vorbereitet, seid wachsam und genießt das Land mit seinen Menschen. Was mir jedoch sehr am Herzen liegt, ist meine Bitte an all diejenigen, die in Indien ausschließlich gute Erfahrungen machen konnten: Bitte sucht für den Fall, dass eine Frau schlechte Erfahrungen gemacht hat, den Fehler nicht bei ihr. Bitte lasst sie darüber sprechen, bitte nehmt sie ernst. Bitte stellt euch nicht über sie und versucht ihr zu vermitteln, dass sie die Situationen vielleicht falsch gedeutet habe oder sie sich gar falsch verhalten habe. Bitte macht ihr kein schlechtes Gewissen kein positives Bild erhalten zu haben, sie hätte es sich sicherlich sehr gewünscht.

Mir scheint es bei diesen Ansichten jedoch um ein weitaus größeres Problem zu handeln. Vielleicht sollten wir allgemein damit anfangen, Frauen mit ihren Problemen in einer Welt, in der Belästigungen von Männern als Normal angesehen werden, ernst zu nehmen. Vielleicht sollten wir aufhören zu sagen,  dass Frauen die Blicke, Kommentare oder Nähe von Männern gar suchen oder provozieren würden. Vielleicht sollten wir aufhören zu sagen, dass es in manchen Kulturen eben normal sei. Vielleicht sollten wir es langsam akzeptieren, dass Normal nicht immer gleich gut bedeutet, dass das Normale nicht von jedem gleich wahrgenommen wird und dass man auch dem Normalen gegenüber mal Kritik äußern darf.

 

 

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Dass Indien trotzdem eines der schönsten Länder ist und warum ich selbst unbedingt wieder zurück möchte, erkläre ich in meinem nächsten Bericht!

Ein indischer Freund von mir sagte mir einst: 

„You can leave India but India never leaves you!“

…damit hatte er absolut Recht.

 

 

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 copyright Jasmin Böhm
 
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24 Comments

  • Reply
    Antje
    9. Februar 2014 at 17:11

    Hallo Mira!
    Super spannender Reisebericht aber gleichzeitig auch extrem „traurig“.
    Ich mag deine Fotos (auch in den anderen Artikeln :) ).

    Antje

    • Reply
      Mira Mireau
      10. Februar 2014 at 2:19

      Hallo Antje!
      Dankeschön! :)
      Ja, traurig ist es wahrhaftig..Ich hoffe, dass diese „Probleme“ weiterhin in der Öffentlichkeit diskutiert werden und es dadurch vielleicht in ein paar Jahrzehnten schon besser sein wird..denn Indien ist ein wirklich sehenswertes Land!!

    • Reply
      Ute Kranz
      11. Februar 2014 at 9:10

      Ich bin ganz deiner Meinung!

  • Reply
    Walter Bracun
    4. Oktober 2014 at 22:34

    Danke für diesen überaus informativen und interessanten Beitrag. – Ja, so ist Indien, wie es leibt und lebt! –
    Weiterhin alles Gute, viel Erfolg und natürlich erlebnisreiche Reisen!
    Walter Bracun

    • Reply
      Jasmin
      15. Oktober 2014 at 0:58

      Hallo Walter,
      vielen herzlichen Dank! Dir natürlich ebenfalls!
      Liebste Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Backpacking in Indien: 8 Reiseblogger berichten
    28. November 2014 at 10:25

    […] Kurze Anmerkung von mir: Jasmin hat ihre Eindrücke als allein reisende Frau in Indien aufgeschrieben. Hier findest du ihren Artikel: Ist eine Reise nach Indien sicher für Frauen? […]

  • Reply
    Robert
    12. März 2015 at 12:40

    Eigentlich sollt ich grad arbeiten, bin aber zufällig über Facebook auf deinen Blog gekommen und schlussendlich auch auf diesen Artikel.

    Sehr sehr interessant zu lesen und sehr gut geschrieben.
    Weiter so!

    • Reply
      Jasmin
      28. März 2015 at 16:33

      Vielen Dank für dein Feedback Robert, das freut mich sehr!

      Liebe Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Elena
    24. März 2015 at 5:10

    Hallo Jasmin!

    Ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten, aber ich denke, dass Indien einfach nicht das richtige Land für dich ist. Natürlich werden die Geschichten, die du hier niedergeschrieben hast, aus deiner Sicht so passiert sein, aber kann es nicht sein, dass du ab und an etwas übertrieben bzw. die Situationen falsch erkannt und reagiert hast? Ich war selbst monatelang in Indien unterwegs, einmal mit meinem Freund, einmal ohne und ich hatte nie nie nie gravierende Probleme!

    Auf meinen Reisen habe ich viele Frauen – sicher um die 20 – kennen gelernt, die alleine in Indien unterwegs waren, und nicht eine hatte solche Probleme wie du. Ich finde es auch total schockierend, welche Wortwahl du teilweise verwendest („all die korrupten Taxifahrer“, „Am Strand in Goa kamen gleich ganze Männergruppen, die über einen herfielen“, “ Endlich konnte ich durch die Straßen laufen ohne angegafft und angegrabscht zu werden“ …. )! Du erklärst Dinge, die DIR passiert sind und die durch DEINE Auffassung wahrgenommen wurden, als allgemeingültig, und vermittelst ein unglaublich falsches Bild von dem Land, was ich als wirklich sehr naiv, unreif und respektlos empfinde.

    Am Ende des Artikels sehe ich noch die Fotos, die du mit unterschiedlichen Männern gemacht hast. Ich muss leider sagen – bitte nimms mir nicht übel – dass dieses Verhalten auch ein bisschen dumm ist. Du schießt ein Foto nach dem anderen mit den unterschiedlichsten Männern, während das vermutlich andere Männer beobachten und mitbekommen. Versetz dich doch bitte einmal in die indische Mentalität! Klar vermittelt das für einen Europäer harmlose Fotoschießen einen nicht weiter aufregenden Eindruck. Aber für das männliche, indische Verständnis, wird diese Situation ganz anders aufgefasst! Ich nehme hier niemanden in Schutz, aber ich denke einfach, dass du in manchen Situationen einfach falsch reagiert hast. Klar haben einige indische Männer eine etwas abstruse Vorstellung von westlichen Frauen, aber es liegt auch an uns, sich in ihre Ansichten reinzufühlen und uns angemessen zu verhalten. Mit verschiedenen Männern öffentlich rumzuposieren, ist definitiv ein nicht ganz so glückliches Verhalten.

    Auch von Goa vermittelst du ein durch und durch subjektives, negatives Bild, denn diese Beachboys, die zum Touristinnenglotzen kommen, sind rein auf einem Strand im Süden anzutreffen (bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, es war der Colva Beach). Bitte wirf nich gleich einen ganzen Bundesstaat in einen Topf, noch dazu, wenn es sich um die friedvollste und reinste Oase handelt, in die man während einer Rucksackreise durch Indien mal entspannt zurück ziehen kann.

    Zum Thema Starren und Betatschen: Mein kompletter rechter Arm ist tätowiert, und klar wurde ich das ein oder andere Mal dort berührt, ohne gefragt zu werden. Was habe ich gemacht: Lauthals meinem Unmut kundgetan, und die Situation war – auch für die umstehenden Personen – geklärt. Eine bestimmtes „Don´t touch me!“ wirkt einfach Wunder. Ist nie unhöflich angekommen, im Gegenteil, man muss sich eben positionieren, und damit kamen die indischen Männer IMMER gut klar. SIe sprechen dann auch mit einem ganz anders, zeigen Respekt. Deinen Beschreibungen nach hast du dich einfach in die Opferrolle reingedrängt, und dann ists klar, dass sie wenig bis keinen Respekt vor dir hatten.

    Und klar wurde ich während eines Busstops mitten der Nacht irgendwo in der nordindischen Pampa von hunderten Augen angestarrt. Klar nervt das enorm, aber warum nicht mit ein bisschen mehr Humor auf die Situationen reagieren und einfach zurückstarren, wenns sein muss minutenlang. Damit hat sich die Starrerei IMMER nach kurzer Zeit erledigt.

    Eine Sache wäre noch: Warum setzt du dich im Bus ganz nach hinten, obwohl die vordersten Plätze allesamt unbesetzt waren? Hast du gewusst, das die erste bis zweite Reihe in indischen Bussen IMMER für Frauen vorgesehen ist (wetsliche und indische)? Ich habe viele Busfahrer erlebt, die sogar darauf bestanden haben, dass ich mich hinter sie setze, und die geradezu stolz waren, eine westliche Frau „beschützen“ zu dürfen. Klar ists nicht ok, wenn die Leute dich um Bus so bedrängt haben, aber wenn du dich besser informiert hättest und dich dadurch wirklich auf die Kultur eingelassen hättest, wäre diese Bussituation zu vermeiden gewesen. Du hättest dich außerdem beim Busfahrer wegen des Bedrängens melden können. Ich verstehe absolut nicht, warum ihr einfach nichts gemacht habt. Tut mir Leid, wenn ich das sage, aber: Selber Schuld!

    Ich denke, dass man für Indien einfach auch ein gewisser Typ sein muss, und es ist weder gut noch schlecht, wenn man in und mit diesem Land zurecht kommt, oder eben nicht.

    Ich für mein Teil sage definitiv, dass Indien für Frauen problemlos zu bereisen ist. Allerding nur für jene Frauen, die auch mal wirklich ihren Mann stehen können und sich mit Charme und Humor durch eines der menschlich wirklich beeindruckendsten Länder der Welt schlagen wollen. Meiner Meinung nach haben dir diese wichtigen Atribute eben gefehlt und ich würde dir raten, einfach – um deiner selbst Willen – nicht mehr nach Indien zu reisen. Den wenn du dich wirklich so unwohl gefühlt hast, frage ich mich, warum du nochmal hinmöchtest. Das bringt weder den Einheimischen, noch dir was.

    Beste Grüße,
    Elena

    • Reply
      Jasmin
      29. März 2015 at 2:40

      Hallo Elena,

      vielen herzlichen Dank deine Meinung mit mir und meinen Lesern zu teilen.

      Dir muss dabei nur eines bewusst sein und das schreibe ich auch direkt zu Anfang: In diesem Bericht möchte ich hauptsächlich auf meine Erfahrungen mit den Gefahren, die auf mich als allein reisende Frau lauerten, eingehen.
      Gesagt, getan.

      Ich bin bereits viel gereist und hatte noch nie Probleme gehabt, sei es in Südamerika oder in Südostasien. Leider musste ich einige in Indien machen und habe daher komplett subjektiv und ehrlich meine Erfahrungen geteilt. Wie gesagt, ich habe nur die negativen Erfahrungen beschrieben und habe selbstverständlich auch positive machen können, wie ich gegen Ende geschrieben habe.

      Bei der Frage nach der Sicherheit haben wir vielleicht einfach ein anderes Verständnis. Wenn du meine Erfahrungen gemacht hättest, würdest du dann aus deiner Sicht behaupten es sei ein sicheres Land? Man kann auch ein Land bereisen, ohne es als sicher einzustufen. Ich sage in keiner Zeile, dass ich davon abrate nach Indien zu fahren, betone sogar, dass ich selbst wieder zurückkehren möchte, auch wenn ich es weiterhin nicht als sicher einstufen würde. Es hat aber auch jeder ein anderes Verständnis von Sicherheit. Kolumbien gilt zum Beispiel auch nicht als sicher und eine gute Freundin, die dort aufgewachsen ist, sagt auch, dass es gefährlich ist und trotzdem ist mir während des gesamten Aufenthaltes nichts passiert. Wenn mich jemand fragt, ob es sicher ist, werde ich dies trotzdem verneinen, weil das eben nicht der Fall ist. Damit sage ich allerdings nicht, dass es sich nicht lohnen würde trotzdem dort zu reisen, sondern dass man vorsichtiger sein muss, so wie in Indien eben auch.

      Die Fotos, die meine australische Begleitung von mir gemacht hat, sind außerdem mit netten Indern, mit denen wir unterwegs waren, entstanden. Wie du siehst, bin ich aufrichtig am Lachen, es ist also sicherlich keiner dieser beschriebenen Situationen gewesen.

      Wenn du mich fragst, warum ich (wir) in so viele unangenehme Situationen geraten sind, liegt es zum einen daran, dass vor meiner Abreise dieses Thema noch nicht so stark diskutiert wurde, wie es nun seit ein paar Jahren der Fall ist und ich daher, wie ich geschrieben habe, nicht wusste, welches Verhalten von mir am Sinnvollsten sein könnte. Stärke zeigen? Ignorieren? Darüber hatte ich mir zuvor keine Gedanken gemacht, weil ich damals nicht geahnt habe, dass ich oft in solche Situationen kommen werde und war deshalb nicht darauf vorbereitet.
      Und zum anderen ein weiterer grober Fehler, das Geld sparen. Viele Situationen wären so nicht geschehen, wenn ich in einer teuereren Zugklasse, in einem anderen Bus oder in einem preiswerterem Hotel geschlafen hätte. Daher ganz klar mein Tipp, nicht am falschen Ende sein Geld zu sparen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir viele dieser Erfahrungen sparen können.

      Ich sehe es immer wieder, dass gesagt wird, dass all die Frauen, die negative Erfahrungen gemacht haben, selbst daran Schuld seien. Mir ist nichts passiert, daher trifft mich diese Aussage kein bisschen. Aber es ist all den Touristinnen, denen etwas passiert ist, nicht fair gegenüber. Zudem empfinde ich es aber als ein bisschen respektlos mir zu unterstellen, dass ich ab und an übertrieben hätte und die Situation falsch erkannt hätte. Wenn deine Tür fast eingeschlagen wird, ein Mann vor deinen Augen zu Bode geprügelt wird oder einfach nicht aus deiner Kabine rausgehen will, egal wie bestimmt du Nein sagst; dann finde ich es schon ziemlich dreist, zu behaupten, dass ich die Situation falsch erkannt hätte. Ich habe viele getroffen, denen weit aus schlimmeres passiert ist, denn im Endeffekt waren meine Situationen ja doch allesamt harmlos, weil sie alle gut ausgegangen sind. Ich denke nicht, dass all diese Frauen inklusive mir übertreiben oder die Situation falsch erkannt haben. Es freut mich wirklich ernst gemeint vom Herzen, dass du durchweg positive Erfahrungen machen konntest, du musst allerdings auch damit leben können, dass dies nicht bei jedem der Fall ist.

      Glaub mir, ich bin ein sehr gelassener, selbstbewusster und starker Mensch, ich war leider absolut nicht darauf vorbereitet, dass mir so etwas passieren könnte. Daher ist es mir wichtig, dass neben den tausend Berichten, dass Indien absolut sicher sei, auch einfach mal negative Erfahrungen an die Öffentlichkeit gelangen und somit vor weiteren Problemen, sei es wegen besserer Vorbereitung, schützen können.

      Vielleicht hat sich auch einiges seit den öffentlichen Skandalen geändert, das weiß ich nicht. Vielleicht werde ich eines Tages wieder in Indien reisen und dann Indien komplett anders erleben, ich weiß es nicht. Und vielleicht hatte ich auch einfach, wie geschrieben, Pech gehabt, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

      Ich wünsche jedem eine gute Zeit in Indien und freue mich enorm darüber, wenn Frauen ein durchweg positives Bild von diesem Land erfahren dürfen. Es ist meines Erachtens aber wichtig, nichts runterzuspielen, sondern auch die negativen Erfahrungen weiterhin öffentlich zu machen, um das Bewusstsein über diese Problematik aufrecht zu erhalten.
      Das ist meine Meinung, die du natürlich nicht teilen musst.

      Ich danke dir trotzdem für deine Worte, sie sind definitiv nicht auf taube Ohren gestoßen und haben in mir die Idee aufkommen lassen, eventuell noch einmal meine positiven Erfahrungen niederzuschreiben, um ein runderes Bild des Ganzen entstehen zu lassen. Vielen lieben Dank dafür.

      Eine schöne Zeit noch auf Reisen!

      Herzliche Grüße
      Jasmin

    • Reply
      Erdmuthe
      7. Mai 2015 at 7:06

      Liebe Elena, vielen vielen Dank für diese Antwort. Sie spricht mir aus dem Herzen. Ich bin oft in Indien unterwegs gewesen (in weiblicher Begleitung) und hatte nur eine kleine unschöne Begegnung (die habe ich in Deutschland aber auch).
      Ich stimme Dir absolut zu, wer sich entsprechend vorbereitet und einlässt, wird ein großartiges Land erleben. Und jedem, der mich fragt, sage ich: Ja, es ist sicher, auch für Frauen! Absolut, wenn man sich einstellt!
      Ich lebe jetzt übrigens hier, allein, mit zwei Töchtern – und meine Meinung bleibt: Es ist sicher.
      Trotzdem sage ich auch jeder Frau: seid nicht naiv, lasst Vorsicht walten, nutzt nachts nur sichere Taxis, provoziert nichts und geht komischen Situationen lieber aus dem Weg, hört auf Euer Bauchgefühl, kleidet Euch dezent und adäquat, seid selbstbewusst, aber freundlich.
      Ring am Finger ist extrem hilfreich, und ich habe auch immer eine Trillerpfeife und Pfefferspray in der Handtasche. Und last but noch least: Sobald Alkohol ins Spiel kommt, ist besondere Obacht geboten, aber das ist ja bekanntlich in jedem Land so.
      Ich wünsche allen – Frauen wie Männern – eine tolle Zeit in Incredible India!

      • Reply
        Jasmin
        16. Mai 2015 at 20:18

        Liebe Erdmuthe,

        vielen Dank für deinen Kommentar und deine wertvollen Tipps für das Verhalten von weiblichen Indien-Reisenden!!
        Dir und deinen Töchtern wünsche ich weiterhin eine wunderschöne Zeit in Indien! :)

        Liebste Grüße
        Jasmin

  • Reply
    Lisa
    24. März 2015 at 22:27

    Hallo Jasmin
    Ich habe deinen Bericht mit grossem Interesse und auch Erstaunen gelesen. Ich werde Anfang Mai mit meinem besten Freund nach Indien reisen, um durch Südindien zu traveln. Ich muss sagen ich habe noch keinen so detaillierten und ehrlichen Reisebericht gelesen bis jetzt und bin dir deshalb sehr dankbar. So kann man sich doch anfangen wenigstens ein bisschen mental auf Indien vorzubereiten (auch wenn das eigtl kaum möglich ist). Ich werde die nächsten Wochen deinen Blog weiter verfolgen und wünsche dir noch tolle Erlebnisse. Liebe Grüsse Lisa

    • Reply
      Jasmin
      28. März 2015 at 16:31

      Hallo Lisa,

      ich freue mich sehr, dass dir der Bericht weiterhelfen konnte und wünsche dir eine wunderschöne Zeit, sowie viele beeindruckende Erlebnisse!
      Meine Tipps an dich, wie gesagt, nicht am falschen Ende sparen und nicht all zu weit von den Touristenpfaden alleine auf Erkundungstour gehen! :)
      Eine Freundin von mir ist gerade mit einem Freund in Indien und sie hat sehr gute Erfahrungen mit Couchsurfen zumindest in den Großstädten gemacht. Das ist sicherlich eine coole Idee, um gleich mal ein paar positive Eindrücke zu gewinnen und dir die Stadt von einem Einheimischen zeigen zu lassen..
      Ich bin gespannt, was du berichten wirst!

      Herzliche Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Sylvia
    25. Dezember 2015 at 19:43

    Hallo Jasmin,

    ich fand Deinen Reisebericht sehr interessant und hilfreich; da ich nächstes Jahr auch alleine mit Rucksack nach Indien reisen möchte, würde mich interessieren, inwieweit Du Deine Reiseroute geplant hast, vor allem bzgl. Buchung von Zimmern oder Züge bzw. Busse?

    Liebe Grüße Sylvia

    • Reply
      Jasmin
      7. Februar 2016 at 22:06

      Hallo Sylvia,
      danke für deinen Kommentar, es freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte.
      Ich bin die gesamte Reise ziemlich spontan von Ort zu Ort gereist und habe die Züge/Busse und die Zimmer meist erst ein paar Tage im Voraus gebucht. Das ging aber beispielsweise am Holy Festival ganz schön daneben loß, da zu dieser Zeit auch alle Einheimischen Urlaub machen und dadurch viele Unterkünfte schon voll sein könnten. Ansonsten hatte ich keinerlei Probleme und konnte auch oft einfach vor Ort eine Unterkunft suchen, was dann natürlich ein bisschen stressiger wegen der ganzen Angebote wurde.

      Liebe Grüße und eine tolle Zeit in Indien!
      Jasmin

  • Reply
    Allein Reisen als Frau in Indien: Ein Plädoyer
    11. Februar 2016 at 22:44

    […] Bericht auf Mira Mireau lese, kann ich nicht fassen, dass wir durch das gleiche Land gereist sind: Ist eine Reise nach Indien sicher für Frauen? Ihre Antwort ist: […]

  • Reply
    Dag
    27. November 2016 at 21:18

    Hallo,
    ich finde es gut, dass du klar und deutlich aber ohne Übertreibung die Gefahren für allein reisendeFrauen in Indien aufzeigst.
    Ich persönlich ( heller Typ, lange hellblonde Haare)bin auf meinem 4- wöchigen Trip auch dauernd angequatscht und angetoucht worden.
    Ich stand ständig unter Steom und hatte viel Angst und war sehr dankbar, als ich wieder nach Hause konnte!
    Indien ist ein tolles Land und es hat mich viel Dankbarkeit für mein Leben hier gelehrt.
    Nochmal würde ich allerdings nicht hinreisen.
    Schade!

    • Reply
      Jasmin
      28. November 2016 at 18:16

      Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Schade, dass du ebenfalls schlechte Erfahrungen machen musstest. Es ging mir allerdings genau so, dass mir Indien viel Dankbarkeit gelehrt und aus mir einen anderen Menschen gemacht hat. Vor kurzem war ich auf Sri Lanka, dort hatte ich absolut keinerlei Probleme, und ich denke, dass ich Indien in naher Zukunft nochmal bereisen werde. Ich hoffe, dass ich dann nicht mehr, wie du es auch erlebtest, ständig unter Strom stehen werde. Wir werden es sehen, vielleicht habe ich ja nun mehr Glück! :)
      Ich finde es allerdings schön, dass auch wenn du Indien nicht nochmal bereisen möchtest, du dennoch ein positives Resultat aus der Reise ziehen kannst, darum geht es doch schlussendlich.
      Liebe Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Nele
    11. Januar 2018 at 20:25

    Hallo Jasmin,
    ich liebe Indien sehr und finde es wahnsinnig schade, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich war mehrmals alleine dort, einmal ein ganzes Jahr lang, und mir ist nie etwas ähnliches passiert. Ich habe die Menschen, frauen wie auch Männer, als wahnsinnig freundlich und hilfsbereit empfunden. Natürlich, manchmal auch etwas anstrengend oder sogar aufdringlich, aber wenn ich deutlich gesagt habe, dass es mir zu viel wird, hatte ich immer sofort meine Ruhe. Ich habe bei fremden Leuten übernachtet und in den billigsten Hotels die zu finden waren, bin Tagelang im Zug in der untersten Klasse oder in local Busses unterwegs gewesen und manchmal auch getrampt um in den nächsten Ort zu kommen und bin bei so gut wie fremden Männern. Sicher kann man das naiv nennen, aber ich habe nie eine schlechte Erfahrung dabei gemacht oder mich unwohl oder gar unsicher gefühlt. Dabei war ich nie in männlicher Begleitung unterwegs, nichtmal mit Ehering oder Geschichten von meinem Mann. Ich habe mich immer abseits von Touristenpfaden bewegt und mit den Leuten geredet, die mir begegnet sind. Und das war für mich das Beste an Indien: die Menschen, die ich getroffen habe. Ich kann mir keine Indienreise vorstellen, auf der man Niemandem vertraut und sich lieber mit Ausländern umgiebt…
    Sicher, vielleicht habe ich einfach nur großes Glück gehabt. Aber könnte es nicht auch sein, dass du einfach nur großes Pech gehabt hast?

    Ich verstehe ja, dass du in deinem Artikel nur deine persönlichen Erlebnisse teilen möchtest und vielleicht die ein oder andere Frau dazu bewegen willst, vorsichtiger zu sein. Wenn ich das Land aber nicht kennen würde, hätte er bei mir einen sehr negativen Eindruck von Indien hinterlassen, und ich kann mir vorstellen, dass es vielen Lesern so geht. Jemand, der nur Medienberichte kennt und dann deine Ansicht liest MUSS Indien doch für ein furchtbar gefährliches Land und indische Männer für die größten Arschlöcher halten. Ich finde, dieser „Macht“ die ma über die Leser hat sollte man sich bewusst sein, bei allem, was man schreibt. Natürlich sollst du weiter ehrlich sein und deine Meinung und Erebnisse berichten, beim nächsten Mal nur vielleicht etwas ausgewogener?
    Auf mich haben deine Aussagen über Inder oft sehr abwertend und generalisierend gewirkt, und das wird den vielen unglaublichen Menschen die ich kennenlernen durfte einfach nicht gerecht.

    Ich hoffe sehr, dass dass du dem Land nochmal eine Chance gibst, vielleicht kannst du deine Meinung etwas ändern. (In dem Fall würde ich dir übrigens raten, etwas mehr Zeit im Süden zu verbringen, der kommt auch bei deiner Aufzählung der schönsten Reiseziele etwas kurz. Oder in den Nordoststaaten!)
    Deinen Reisetipps würde ich mich dabei nicht unbedingt anschließen…

    Viele Grüße,
    Nele

  • Reply
    Jasmin
    11. März 2018 at 1:37

    Liebe Nele,
    ich verstehe deine Kritik und habe sie mir auch zu Herzen genommen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern es richtig oder falsch ist, negative Erlebnisse eines Landes nieder zu schreiben. Ich habe mehrfach versucht deutlich zu machen, dass es sich hierbei um meine subjektive Auffassung von Ereignissen handelt und dass ich Indien dennoch super interessant finde und allen Interessierten rate, sich ihr eigenes Bild zu machen.
    Sehr gerne würde ich Indien nochmal eine Chance geben, ob ich ganz einfach Pech oder du Glück hattest, das weiß ich nicht. Ich kann nur von dem berichten, was ich erlebt habe und habe meine Aufgabe als Blogger dafür angesehen, möglichst authentisch über meine Erlebnisse zu berichten. Zumindest unter Reisebloggern konnte ich keine negativen Berichte lesen und habe mich daher auch nicht so gefühlt, als würde ich den Tourismus in dieses aufregende Land auf irgendeine Weise verhindern.
    Nach meinen Erfahrungen muss ich zugeben, dass es mir schwer fiel ausgewogen die Sicherheitsfrage des Landes zu beschreiben und zu beantworten. Ich bin bereits viel in meinem Leben gereist und habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen. Dass sie in Indien gleich so gehäuft kamen, machte es mir schwer mich in dem Land rundum sicher zu fühlen. Wobei ich hierzu auch sagen muss, dass es von Region zu Region unterschiedlich war und ich Goa natürlich nicht mit Varanasi vergleich kann. Indien ist ein riesiges Land und hat natürlich sehr viele unterschiedliche Menschen.
    Insgesamt wünsche ich jedem von ganzen Herzen ausschließlich positive Erfahrungen auf sämtlichen Reisen und ich möchte nicht, dass sich irgendejemand auch nur auf irgendeiner Art und Weise auf Grund meines Berichtes gegen eine Indienreise entscheidet. Ich bin mir jedoch sicher, dass dies sehr deutlich in meinem Bericht rüberkommt und dem keine Gefahr ausgeht.
    Ich wünsche dir noch eine unvergessliche Zeit und danke dir für deine Kritik.

    Viele liebe Grüße
    Jasmin

  • Reply
    Miriam
    2. April 2018 at 11:29

    Liebe Jasmin,
    nun habe ich mir nur deinen abgeänderten Bericht durchlesen können und bin etwas baff, die Antworten zu lesen. Ich finde es absolut wichtig und richtig, positive wie negative Erfahrungen zu berichten. Etwas Differenzierungsvermögen erwarte ich von Erwachsenen, also z.B. deinen Bericht nicht als einzige Quelle zur Rate zu ziehen, sich andere Reiseberichte zu Gemüte zu führen… Gerade bei unangenehme Erlebnisse zu teilen erfordert zum Einen Mut und erlaubt es zum Anderen, sie einordnen zu können und vielleicht auch Gemeinschaftlichkeit entstehen zu lassen. Ich überlege gerade, innerhalb einer längeren Reise nach Indien zu fahren, was vor allem auch eine Kostenfrage ist. Da mich aufdringliche Männer unabhängig ihres Kulturkreises extrem nerven, würde ich mir vielleicht einen Reisebuddy für die Zeit suchen oder mir das Land für eine besser vorbereitete Reise aufsparen.
    Es tut mir sehr Leid, dass du so harsche Worte abbekommen hast und ich würde gerne den ursprünglichen Text lesen.
    Lieber Gruß
    Miriam

  • Reply
    Jana
    8. Juni 2018 at 15:53

    Liebe Jasmin

    Ich werde im August alleine als Frau (23, blond, blauäugig) nach Indien reisen (Mumbai – Goa – Bangalore).

    Wie Du oben schreibst, teilst Du deinen ursprünglichen Beitrag nur noch auf Anfrage per Email.
    Darf ich Dich bitten, mir Deinen Bericht zuzusenden? Dieser würde mich sehr interessieren, um mich auf das Kommende vorzubereiten. Ich habe bereits viele tolle Erfahrungsberichte gelesen, nun würde ich auch gerne Mal Deine Geschichte lesen.

    Ich danke Dir.
    Liebe Grüsse Jana

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