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Wandern in Portugal Peneda-Geres Nationalpark

Wer an Portugal denkt, hat meist Lissabon und die vielen traumhaften Straende entlang der Kueste im Kopf, dabei bietet der Peneda-Geres Nationalpark noerdlich von Porto eine super Moeglichkeit Portugal mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.

Der Park laedt zum Wandern, Klettern, Schwimmen, Kanu fahren, Campen und Relaxen ein. Er ist fuer Alleinreisende sowie fuer Familien bestens geeignet. Der Peneda-Geres Nationalpark besitzt die Faehigkeit einen jeden mit seiner Seen- und Berglandschaft zu verzaubern.

In diesem Bericht moechte ich nicht nur alle wichtigen Informationen kompakt zusammenstellen, sondern auch ueber mein Erlebnis mit all seinen Schwierigkeiten sowie atemberaubenden Momenten berichten.

 

Wanderbericht über den Peneda-Geres Nationalpark

Am fruehen morgen um 6 Uhr machte sich vergangenen Sonntag der fiese Ton meines Wecker in meinem Zimmer breit, um mich fuer meinen Tag im Peneda-Geres Nationalpark aus dem Bett zu foerdern. Im Halbschlaf taumelte ich also muehsam eine halbe Stunde spaeter durchs neblig kalte Porto, mitten hindurch durch die vom Feiern muede heimkehrenden erschoepften Koerper. Daria, meine Mitbewohnerin, nicht weniger muede schleifend, dicht neben mir. In Sao Bento angekommen, ging es schliesslich mit dem Zug fuer 2,50 Euro ins eine Stunde entfernte Staedtchenen namens Braga. Ob das heute noch was mit dem Wetter wird, frage ich mich, als ich die duester neblige Landschaft an unserem Zugfenster vorbeiziehen sehe. Abwarten, es ist ja gerade mal 7 Uhr am Morgen, versuche ich mich zu beruhigen.

In Braga angekommen machte mir meine nie vorhandene Planung mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Wie kam man denn nun eigentlich von Braga in den Nationalpark? Bei meiner Recherche am Vortag konnte ich hierzu einfach nichts finden. Und nun? Nun standen wir hier hundemuede und zitternd im eisig kalten Braga. Zum Glueck hatte ich die kurze Hose im Rucksack, was wuerde ich nur ohne sie machen. Im Cafe half man uns schliesslich freundlich weiter. Zum Busbahnhof muessen wir, erklaerten sie mir auf portugiesisch. Dort gab es eine Stunde spaeter einen Bus fuer 5 Euro nach Geres. Englisch konnte hier niemand, was mich, und sicherlich auch meine Portugiesisch Lehrerin, nach all den Touristen in Porto sehr erfreute. Nach dem Weg fragen und die Antwort verstehen, mensch ich kann’s fast fliessend.

Kurz vorm Peneda-Geres Nationalpark klaerte sich der Himmel urploetlich auf und strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein begruesste uns als wuerde die Welt uns sagen wollen: „Hey kein Ding hier habt ihr euer traumhaftes Wetter, habt Spass Kinder und geniesst das Leben.“  Wow, sind wir tatsaechlich noch in Portugal? Suesse Bergdoerfer zogen vorbei an unseren Fenstern, umrahmt von kunterbunten Blueten, Orangenbaeumen und kleinen Maerkten, wo sich das Dorf gerade zum Klatsch und Tratsch traf. „Hier sieht es aus wie in den Bergen auf Mallorca“, sagte ich. „Nein, wie in den Bergen in Osteuropa“, erwiderte Daria. Doch als wir um die naechste Kurve bogen nahmen wir beide alles wieder zurueck, denn jetzt war es Neu Seeland! Nein, Oesterreich! Kanada! Sind wir wirklich noch in Portugal? So klebten wir beide mit grosser Aufregung an der Scheibe und beobachteten die Seelandschaft umgeben von Bergen. Wow. Wir waren begeistert. Die Muedigkeit war vergessen und der Busfahrer schmunzelte vergnuegt waehrend er uns im Rueckspiegel beobachtete.

Dann liess er uns schliesslich in einem kleinen unscheinbaren Dorf raus. „At 5pm I’ll come back and pick you up, wait over there“, rief er uns zu, waehrend sich der Bus bereits in Bewegung setzte. Geres. Da waren wir nun also. Es war inzwischen 10:30 Uhr, wir waren umgeben von Bergen und die Sonne knallte schon jetzt munter auf uns herunter. Pulli aus, kurze Hose an und auf zum Touristen Center. Yeww los geht’s!

Leider wurde unsere Euphorie hier ein wenig gebremst, die Dame im Center hatte leider nicht gerade ihren besten Tag und ueber die Unterschiede der verschiedenen Wanderungen konnte sie uns leider auch nichts sagen. Dann kaufen wir eben alle Karten zu allen Wegen, die es gibt, sagten wir. 10 Cent pro Karte, ja gut, das laesst sich gerade noch verkraften. Was jedoch sofort auffiel, die Karten waren miserabel. Ungenau, ohne abgebildete Wege und ohne jegliche Informationen. Wir wussten beide wie gute Karten aussahen und das war weit von einer auch nur akzeptablen Karte entfernt. „Just follow the signs“, riet uns die Dame, bevor wir aus dem Center rausgingen.

Gesagt, getan. Doch es dauerte nicht lange, bis wir an der ersten Weggabelung ohne Wegmarkierung standen. Super, just follow the signs, ja genau. Links oder rechts? Wir entscheiden uns fuer links und fanden 5 Minuten spaeter tatsaechlich wieder ein Wegzeichen vor. Glueck gehabt. Doch kurze Zeit spaeter die naechste Gabelung. Rechts ein Schild, das besagt nach links zu gehen und links ein Schild, das besagt, dass hier kein Weg sei. Auf der Karte koennte man vermuten, dass es nach links gehen muesse. Wir gingen also wieder nach links. Dieses mal hatten wir kein Glueck. Stunden ging es durch dicht bewachsenen Wald. Grosse Baeume lagen immer wieder auf dem Weg, wir mussten ueber Baecher springen, uns durch Bueche durchzwaengen und unter Baumstaemme durchzwingen. Ich wollte doch immer unentdeckte Wege gehen, dachte ich, da habe ich sie nun. Enjoy.

Peneda-Geres Nationalpark

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Ein paar Stunden spaeter kamen wir mitsamt vieler Schrammen und unzaehligen Aesten in unseren Haaren erschoepft, aber gluecklich oben auf dem Berggipfel an. Eine felsige Steinlandschaft gepaart mit bunten Blumen begruesste uns bevor wir den atemberaubenden Blick ueber die Seen und Doerfer geniessen konnten. „Norwegen“, sagte Daria. Dann schauten wir uns an und begannen zu lachen. „Nein man, Portugal, wie waer’s, wenn wir einfach mal akzeptieren, dass wir in Portugal sind.“ Portugal ist umwerfend, dachte ich.

Es war inzwischen 15 Uhr, um 17 Uhr sollte der Bus losfahren und wir liefen immer noch den Wegweisern hinterher. Ploetzlich fuehrten sie in jegliche Richtungen. Die Karten konnten uns hier auch nicht mehr weiter helfen, die Wege waren nicht einmal eingezeichnet. Wir waren verwirrt und gingen lieber wieder ein Stueck zurueck. 1,5 Stunden bis zum letzten Bus. Fuck, wie sollen wir das nur schaffen. Irgendwann entschlossen wir uns fuer einen der Wege und rannten durch den dichten Wald runter ins Tal.

5 Minuten vor Abfahrt kamen wir schliesslich an. Die Schrammen an unseren Beinen hatten sich inzwischen verdoppelt. Der richtige Weg war das garantiert auch nicht gewesen. Spassig war es aber trotzdem. Im Sommer kommen wir zurueck und dann gehen wir zelten und Kanu fahren, beschlossen wir auf der Rueckfahrt, bevor wir beide erschoepft, aber zufrieden einschliefen.

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Anfahrt zum Peneda-Geres Nationalpark

Mit oeffentlichen Verkehrsmitteln: Wer nicht gerade das Glueck hat mit dem eigenen Auto bequem zum Nationalpark fahren zu koennen, muss nicht in Panik verfallen, fuer den gibt es immer noch die Moeglichkeit mit dem Zug und dem Bus anzureisen. Der Zug faehrt fuer 2,50 Euro von Porto Sao Bento oder Campanha los und kommt eine Stunde spaeter in der Stadt Braga an. Die Stadt ist sehr suess und lohnt sich allemal besichtigt zu werden. 

Vom Bahnhof in Braga kann man ganz einfach zum Busbahnhof laufen. Stadtkarten gibt es am Ticketschalter im Bahnhof. Vom Busbahnhof faehrt ein Bus fuer 5 Euro nach Geres, natuerlich kann man auch bereits vorher an einem der Doerfer entlang der Seen aussteigen. Dort gibt es ebenfalls viele Wanderrouten, auch um den See herum. Die Zeiten fuer die Zuege von Porto nach Braga findet man hier: https://www.cp.pt/passageiros/pt .

 

Unterkunft im Peneda-Geres Nationalpark

Wirklich guenstige Hostels findet man vor allem in Braga bereits ab 12 Euro, aber auch im Nationalpark hat man in vielen Orten die Moeglichkeit in Hostels, Gaestehaeusern oder Hotels zu uebernachten (ab ca. 20 Euro). Es gibt eine riesige Auswahl. Hier muss man sich wirklich durchstoebern und fuer sich das Richtige raussuchen.  

 

Camping im Peneda-Geres Nationalpark

Wer lieber das volle Natur Programm erleben moechte, der sollte den offiziellen Campsites des Parks einen Besuch abstatten. In den folgenden Stellen darf man legal im Peneda Geres Nationalpark campen oder kann in einem ihrer Outdoor Unterkuenften naechtigen:

www.ermidagerescamping.com/
www.parquecerdeira.com/
www.montesdelaboreiro.pt/camping.html
www.vidoeirogerescamping.com/

Das freie Campen ausserhalb dieser Campsites ist im Peneda-Geres Nationalpark nicht gestattet und falls es jemand doch machen sollte, darf unter keinen Umstaenden Feuer gemacht werden. Ausserdem sollte man sich darueber Bewusst sein, dass es im Norden Portugals in vielen Parks Woelfe und andere wilde Tiere gibt.

 

Aktivitäten im Peneda-Geres Nationalpark

Wandern, Wandern, Wandern. Die meisten Parkbesucher kommen in den Nationalpark, um die zum Teil noch sehr unausgebauten Wanderwege in eine unberuehrte Landschaft fern der Zivilisation zu erklimmen. Auf vielen dieser Wege begegnet einen, vor allem ausserhalb der Sommermonate, den gesamten Weg ueber keine Menschenseele. Wer Glueck hat kann hingegen Wildponys ersichten.

Noerdlich vom Stausee Vilarinho gibt es im Fluss Rio Homem ausserdem die Moeglichkeit in Portugals Sommermonaten in glasklarem Wasser mit Wasserfaellen zu schwimmen. Zudem kann man im See Kanu Touren buchen oder mit dem Boot fahren. Auch Kletter- oder Reittouren koennen gebucht werden. Langweilig wird einem im Peneda-Geres Nationalpark garantiert nicht.

 

Hast du den Peneda-Geres Nationalpark bereits besucht? Wie waren deine Erfahrungen? Ich freue mich davon zu lesen!

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