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No Poo – Only Water Methode Vorher-Nachher Bilder

Hast du auch schon von dem No Poo Trend gehört? Keine Sorge, es geht dabei lediglich um das Kopfhaar, besser gesagt um Shampoo. No Poo, bedeutet demnach no Shampoo und wirbt für ein Haarewaschen mit natürlichen Alternativen oder für ein komplettes Umsteigen auf Only Water, ausschließlich Wasser. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und leben mit der Methode, No Water, also einfach gar keinem Haarewaschen.

Bereits vor Jahren habe ich von dem Trend in den Nachrichten gehört. Gwyneth Paltrow, die Olsen Twins, Miranda Kerr, Amanda Seyfried, sie alle sollen angeblich ohne Shampoo auskommen. Ihre Haare seien nun viel gesünder, heißt es, wenn wann darüber liest. So richtig glauben konnte ich das allerdings nicht. Bis vor Kurzem.

Warnung: Solltest du es ekelhaft oder unvorstellbar finden, deine Haare nicht mit Shampoo zu waschen, dann schließe diesen Artikel am Besten sofort wieder und nutze die Zeit lieber für etwas anderes, für einen Großeinkauf in Drogerie zum Beispiel. Cheers!

 

Meine Gründe für No Poo

  • Geld sparen. Jeden zweiten Tag wusch ich meine Haare sowohl mit Shampoo, als auch mit Spülung, benutzte anschließend ca. zwei Mal pro Woche noch eine Kur und nach dem Luft trocknen noch ein Serum für trockene Spitzen. Bei langen Haaren sind diese Produkte so gut wie ständig leer und da sie nicht gerade günstig sind, gehen sie sehr schnell auf den Geldbeutel.

  • Zeit sparen. Bei meiner Haarlänge beim Duschen ein Haarshampoo, eine Spülung und eine Kur einwirken zu lassen und anschließen auszuwaschen, dauert tatsächlich Jahre.

  • Wasser sparen. Logisch, wer Jahre in der Dusche verbringt, wird auch jede Menge Wasser verbrauchen.

  • Schnell fettende Haare. Einen Tag ohne waschen habe ich mit Mühe und Not hinbekommen, aber spätestens am zweiten Tag, hätte ich mich definitiv nicht mehr unter Menschen trauen können. Ich habe oft probiert das Waschen auf wenigstens drei Tage hinauszuzögern, mich manchmal eine Woche ohne sie zu Waschen daheim eingesperrt, man solle die Haare daran gewöhnen, hieß es. Dennoch, half das alles nichts, meine Haare waren weiterhin nach einem Tag wieder fettig.

  • Plastikmüll. Ich versuche schon lange der Umwelt zu Liebe meinen Plastikmüll zu reduzieren. Doch wenn man sich die Menge an Haarprodukten, die ich täglich verwende ansah, und das ganze mal auf einen Monat oder gar auf ein Jahr hochrechnete, kam da ein wirklich erstaunlicher Berg an Plastikmüll heraus. Und das allein wegen meiner Haare.

  • Gesundheit. Wer nicht ausschließlich Naturshampoos benutzt, setzt sich definitiv gesundheitlichen Risiken aus. Die meisten Inhaltsstoffe von Shampoos sind sehr aggressive Chemikalien, welche die Gesundheit nachweislich schaden. Dabei sprechen wir nicht ausschließlich von Hautirritationen, sondern sogar auch von ernsten Krebserkrankungen, die Liste der Gesundheitsschäden ist lang.

 

Meine Zweifel am No Poo Trend

Zwar gab es haufenweise Gründe, die für No Poo sprachen, dennoch war ich mir sehr unsicher. Ich las unzählige Berichte, suchte Stunden nach Vorher-Nachher Bildern von No Poo Anwendern und sah mir wirklich wochenlang Youtube Videos an. In einer Reportage berichtete eine Reporterin, dass sie tatsächlich starken Haarausfall bekam und musste daraufhin auf Rat des Hautarztes das gescheiterte Experiment abbrechen. Auch wenn es weit mehr positive Berichte gab, jagte mir das riesige Angst ein. Ich wollte nicht, dass mir die Haare ausfallen, ich wollte, dass sie gesünder werden. Vielleicht ist No Poo auch nur für Haare geeignet, die eben nicht nach zwei Tagen schon fettig werden, dachte ich.

Meine größte Sorge war allerdings die Reaktionen in meinem Umfeld. Ich kannte meine Haare und wusste, dass ich mich schon nach zwei Tagen ohne sie zu waschen nicht mehr raus trauen könne, wie sollte das nun bei mehreren Wochen oder gar Monaten werden. Wie lange würde es dauern, bis sich meine Haare daran gewöhnen würden?

 

Wie funktioniert No Poo?

Die Umsetzung ist einfach, man verbannt all seine bisherigen Shampoos und verwendet stattdessen folgende Alternativen beim Waschen:

  • No Water, bürsten mit  Wildschweinborsten-Bürste oder veganer Alternative 
    Da die Haare ja ohnehin beim Duschen nass werden, leuchtet mir diese Variante nicht so ganz ein.

  • Only Water, bürsten mit Wildschweinborsten-Bürste oder veganer Alternative 
    Die Haare werden oft gebürstet, um sie vom Fett und Dreck zu befreien und anschließend gründlich mit Wasser gewaschen.

  • Backpulver
    Anstelle von Shampoo wird eine Backpulver-Mischung verwendet.

  • Apfelessig
    Anstelle von einer Spülung oder Kur wird Apfelessig mit Wasser verdünnt zum Waschen verwendet.

  • Roggenmehl
    Wird ebenfalls anstelle von Shampoo verwendet.

  • Honig
    Die Honig-Mischung ist eher für trockene Haare zu empfehlen

  • Naturshampoo und Naturspülung
    Die wohl einfachste Umstellung, in der lediglich auf die Chemikalien in den Shampoos verzichtet wird.

  • Naturseifen 
    Viele Beauty-Blogger schwören darauf, wie ich bei meiner Recherche feststellen konnte.
  • Eigene Herstellung von Shampoos

  • Kokosöl, welches für trockene Spitzen als Haarserum verwendet wird.

Da jedes Haar verschieden ist, funktioniert bei jedem tatsächlich etwas anderes. Die Liste von möglichen Alternativen ist endlos lang. Kokosöl funktioniert bei mir super gut für die Spitzen. Apfelessig habe ich zweimal in den letzten sechs Monaten probiert und meine Haare fühlten sich einmal wie nach der besten Haarkur vom Friseur an und ein anderes mal waren sie noch nach 5 Haarwäschen fettig. Alles weitere habe ich noch nicht ausprobiert, da Only Water bei mir super funktioniert.

 

Mein Vorgehen und meine Erfahrung mit No Poo only Water

Eigentlich soll man die Haare ein paar Wochen vor dem Start des Experiments bereits nur noch mit Naturshampoos waschen, um zunächst alle Chemikalien in den Haaren loszuwerden. Klingt logisch, aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann gibt es für mich kein Warten, also legte ich sofort los.

Da ich bereits vorhersehen konnte, dass ich mir niemals länger als einen Monat die Mühe machen würde, mir mein eigenes Shampoo zu kreieren und mir Only Water am unkompliziertesten, günstigsten und umweltschonendsten erschien, entschied ich mich zunächst für Only Water.

Wer Only Water startet, kann sich in den ersten Tagen auf viel, viel Bürsten einstellen. Hierfür sollte eine Wildschweinborsten-Bürste oder eine vegane Alternative verwendet werden und die Haare vor dem Waschen gründlich damit gebürstet werden.  Da ich große Angst vor fettigen Haaren hatte, bürstete ich meine Haare wirklich extrem viel in den ersten zwei Wochen. Jetzt, sechs Monate später, bürste ich sie nur noch nach dem Aufstehen, vor dem Schlafen gehen und vor dem Waschen. Beim Bürsten soll sich das Fett der Haare von dem Ansatz in die trockenen Spitzen verteilen sowie der Dreck entfernt werden, was bei mir super funktioniert. Die Bürste sollte natürlich regelmäßig gesäubert werden.

Und so fing mein Experiment an:

Nach zwei Tagen wäre vor No Poo eigentlich mein Shampoo dran gewesen, dieses mal bekam mein Haar allerdings nur Wasser. Unter der Dusche massierte ich meine Kopfhaut und wusch die Haare als würde ich mein Shampoo auswaschen. Zwar behaupten manche, dass durch das Massieren der Kopfhaut die Poren geöffnet werden und die Haare fettig werden, kann ich bei mir allerdings nicht bestätigen.

Die ersten Tage waren sehr schwankend, mal waren die Haare erstaunlich schön, mal waren sie fettig, aber sie sahen bei Weitem nicht so aus, wie ich es sonst nach einem Tag ohne Waschen gewohnt war.

Vorher und beim Start:

no poo

Die erste Woche:

no pooNach einer Woche wurden meine Haare für meine Verhältnisse extrem voluminös und schwer. Mir gefiel das, da meine dünnen immerzu anliegenden Haare mich stets störten. Für Menschen mit dicken schweren Haaren, wäre dies wahrscheinlich nun ein Alptraum. Allerdings wurden meine Spitzen und auch allgemein das ganze Haar extrem trocken. Ich bürstete und bürstete, aber ich hatte meine Haare noch nie so trocken gesehen, von fettigen Haaren keine Spur mehr. Wieso nahm ich seit Jahren Shampoo für fettige Haare, wenn ich eigentlich trockene Haare besaß?

Die zweite Woche:

no poo

Nach einer weiteren Woche kaufte ich mir Naturkokosöl und gab davon etwas in meine Spitzen. Ein paar Tage später, war die Phase meiner trockenen Haare vorbei und meine Haare veränderten sich seitdem auch bis heute nicht mehr sonderlich.

Inzwischen sind sechs Monate um. Zwei mal verwendete ich Apfelessig, einmal sahen meine Haare danach wie frisch vom Friseur aus, einmal waren sie danach so fettig, dass es Tage dauerte, bis sie sich wieder normalisierten. Das Kokosöl gibt es für meine Haare nur, wenn sie durchs Salzwasser und die Sonne beim Surfen trocken wurden, ansonsten gibt es nur meine Bürste und das Wasser.

Ich würde sagen heute wasche ich meine Haare aufwendig mit Wasser alle 2-3 Tage. Die Häufigkeit des Waschens hängt stark damit zusammen, wie oft die Haare zuvor mit Shampoo gewaschen wurden. Wenn du alle 2 Tage deine Haare gewaschen hast, kannst du nun nicht davon ausgehen, dass du sie jetzt plötzlich nur noch alle 5 Tage waschen musst.

Ansonsten sind meine Haare allerdings auch regelmäßig durchs Surfen dem Salzwasser ausgesetzt und werden auch sonst beim Duschen nass, aber dann eben ohne langes Auswaschen. Meine Haare sehen oft aus als käme ich frisch vom Meer, selbst wenn ich dort seit Wochen nicht mehr war. Mir gefällt das, ordentlich gestylte Haare sind absolut nicht meins. Platt oder fettig anliegen, das war gestern. Gott sei Dank. Oder besser No Poo sei Dank.

Nach 6 Monaten:
(wie man sieht sind 4 Tage ist auch heute noch nicht wirklich vertretbar, aber jedenfalls sind sie nicht mehr fettig)

no poo3

 

 Mein Resümee zu No Poo

Sechs Monate ohne Shampoo, Spülung, Kur und Haarserum hat mir viel, viel Geld und vor allem Zeit gespart, einen Haufen Plastik vermieden und meine Haare endlich so erscheinen lassen wie ich sie immer haben wollte. Die Umstellungszeit begrenzte sich bei mir auf ca. zwei-drei Wochen, anschließend gab es keine Veränderungen mehr. Meine schlimmsten Horrorszenarien von vor Fett triefenden Haaren, mit denen ich mich in der Öffentlichkeit zeigen muss, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Auch der Verzicht auf Salzwasser und Meeresluft, bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Deutschland, hat meine Haare nicht verändert.

Ich weiß, dass dies nicht Jedermanns Sache ist, aber jedem, der neugierig ist, rate ich, es definitiv mal auszuprobieren. Wenn eine Methode nicht klappt, gibt es mit Sicherheit eine andere, vor allem gibt es aber auch gute Naturshampoos, die man sich ganz einfach und bequem kaufen kann. Klar, so gut wie alles ist heutzutage gesundheitsschädlich, das Bier gestern Abend macht meine Leber auch nicht viel gesünder, aber zumindest können und sollten wir uns darüber bewusst werden, welche Chemikalien wir tagtäglich mit der größten Selbstverständlichkeit verwenden und vielleicht dann tatsächlich auch über mögliche Alternativen nachdenken.

P.S. Ich weiß schon warum ich Reiseblogger und kein Beautyblogger geworden bin. Bilder meiner Haare für Tausende von Menschen, die monatlich auf diese Webseite stoßen, online zu stellen, fühlt sich sehr, sehr komisch an. Ich möchte aber schließlich nichts verkaufen oder darstellen wie toll meine Haare doch sind, sondern für einen guten Zweck einstehen.

So, und nun gehe ich mich erstmal eine Runde schämen.

 

Habt ihr No Poo bereits probiert? Ich fände es sehr interessant von euren Erfahrungen, Tipps und Tricks zu hören!

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