Gedanken

ICH HABE ANGST – Die Angst vorm Reisen

  

Du redest ständig vom Reisen, deinem großen Traum?

Deine Bekannte belächeln dich, ist es doch bisher nur beim Träumen geblieben?

Jetzt erst recht, denkst du dir?

Aber wäre da bloß nicht diese Angst…

 

Ich war mit 19 Jahren das erste mal für über ein Jahr alleine unterwegs, und glaub mir, Angst war kein Ausdruck für das was ich vor meinem Abflug empfand. Mein größter Traum wurde es plötzlich, dass mich jemand in Deutschland fest kettet und mir einen Grund gibt leider doch nicht in den Flieger steigen zu können. Aber das machte niemand.
Und vertraue mir, das war auch gut so!

 

Denn vor was hatte ich Angst?

 

Ja ok, zugegebenermaßen gab es da tatsächlich so einiges was mir spontan einfiel…

..Flugangst

..Höhenangst

..Angst vorm Alleine sein

..vor Spinnen

..und Schlangen

..und Haien

..vor Erdbeben

..und natürlich allgemein vorm Loslassen von meiner gewohnten Umgebung, Angst vorm Reisen eben.

                     

Letzten Endes stieg ich trotzdem in das Flugzeug und verbrachte gleich 10 Stunden mit dem Kampf gegen meine erste Angst, das Fliegen. Angekommen, ging es weiter mit dem Alleine sein. In Australien kamen dann die Spinnen, in Asien die Schlangen, in Neuseeland die Erdbeben und in Südamerika schließlich die hoch gelegenen Vulkane. 
Und das war bei weitem nicht alles, was mir Angst bereitete, von etlichen Ängsten war ich mir vor meinem Abflug ja nicht einmal bewusst…aber weißt du was,

 

Ängste sind zum Überwinden da!

 

Denn sie sind es, die Übeltäter, die uns davon abhalten unsere Träume zu verwirklichen.
Vielleicht, ja ganz vielleicht, ist auch genau das der Trick der ganzen Sache, vielleicht müssen Träume von Ängsten umzäunt werden, damit wir um sie kämpfen müssen und damit sie überhaupt erst zu etwas Besonderen werden können.

 

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie“

– Erich Kästner

 

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Wie überwindest du aber nun deine Ängste?

 

Die Anleitung für ein angstfreies Leben:

 

Setze dich an deinem persönlichen Lieblingsplatz, mach es dir gemütlich, trink einen Tee, hör deine liebste Musik und schreib dir all deine Ängste von der Seele..vor allem aber jene, die dich von deinem großen Traum abhalten. Wenn du damit fertig bist, schau dir deine Liste an und überlege dir für jeden einzelnen Punkt, wie du dich fühlen würdest, wenn du diese Angst überwinden würdest.

 

Wäre dein Leben leichter?

Würde es dir besser gehen?

 

Dann versuche eine Strategie zu entwickeln wie du dagegen angehen kannst. Für den einen ist die harte Variante, sich der Angst gezielt auszusetzen, die geeignete, der andere muss sich langsam an die gescheute Situation herantasten. Das musst du für dich entscheiden, was dir für deine Persönlichkeit passend erscheint. Ganz klar, leicht wird das nicht, aber vergiss dabei nie dein Ziel vor Augen, deinen großen Traum, und versetze dich stets in das Gefühl, wie es wäre, wenn du ohne diese Angst leben könntest.

 

Wenn du jedoch der Meinung bist, dass diese Angst dein Leben in keinster Weise negativ beeinflusst, dann vertrage dich mit dem Gedanken, dass diese Angst nunmal zu dir gehört und dich und deine Person ausmacht. Denn es ist nicht schlimm Ängste zu besitzen, im Gegenteil, es ist sogar total natürlich. Erst wenn deine Ängste deinen Träumen im Weg stehen, erst dann solltest du dich auf den Weg machen dagegen anzukämpfen, um deine Träume zu erfüllen und vollkommene Freiheit zu erlangen.

 

In diesem Sinne, lass los und sei frei! 

 

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Meine Ängste vor meiner großen Reise:

 

Wie du bereits weißt, geht es bei mir nach 4 Jahren Pause (natürlich mit stetigen „kurzzeitigen“ Unterbrechungen von jeweils ein paar Monaten) endlich wieder ganz ohne Planung, Ziele und vor allem ohne Zeitlimit alleine auf große Reise in die weite Welt. Mit dabei, wie sollte es anders sein, darf ich vorstellen, meine Angst. Ich persönlich hasse sie, ich bin eher so die Pippi Langstrumpf, konnte schon als Kind die ängstliche Annika nicht leiden und daran hat sich bis heute rein gar nichts geändert.

 

Deshalb hier meine persönliche Liste, um eine wahre Pippi Langstrumpf auf meiner nächsten großen Reise zu werden:

 

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Edit: Die Angst vor dem Alleine per Anhalter fahren habe ich nun überwunden! Als Frau alleine per Anhalter fahren.

 

Oh, ich bin mir sicher, dass die Liste während der Reise noch viel, viel länger wird.
Aber wie magisch ist das Gefühl alleine im Nirgendwo zu schlafen?!
Wie cool ist es fremde Menschen so persönlich und nah kennenzulernen, wie beim Hitchhiking und das ohne auf eine Begleitung angewiesen zu sein?!
Wie frei fühlt man sich an der Bergspitze über den Wolken, wie weit weg sind all die Sorgen?!

 

Es steht für mich fest, meine Ängste müssen weg!

 

 

 

Gegen welche Ängste kämpfst du auf deinen Reisen an?

Hast du weitere Tipps und Strategien für mich parat, wie ich mit meinen Ängsten umzugehen lerne?

Ich würde mich wirklich sehr freuen davon zu hören!

Ganz viel Liebe!

 

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12 Comments

  • Reply
    Nicole
    22. Januar 2015 at 18:22

    Toller Text, Jasmin! Angst hat mich jahrelang davon abgehalten, alleine zu verreisen, und heute könnte ich mir dafür in den Ar… beißen! Zum Glück liegen noch einige Jahre mit vielen schönen Reisen vor mir, aber so ungezwungen und frei wie mit Anfang 20 bin ich jetzt eben nicht mehr. Trotzdem: Besser spät als nie!
    Angst vor Spinnen hatte ich früher auch, mächtige sogar. Ich habe lange gezögert, ob ich in Ecuador einen Abstecher in den Regenwald machen sollte. Zum Glück hat meine Neugier gesiegt! Im Cuyabeno Reservat angekommen hatte ich interessanter Weise überhaupt keine Angst vor den dicken Spinnen. Mir war irgendwie bewusst, dass die Tiere dorthin gehören, ich aber nur Gast bin. Ich habe mich langsam rangetastet, sie aus der Nähe angeschaut und fotografiert und konnte nachts völlig beruhigt einschlafen. Auch zu Hause habe ich keine Angst mehr vor Spinnen. Ich überlege schon, ob ich meine Krankenkasse frage, ob sie die Reisekosten für die „Desensibilisierungsmaßnahme“ übernehmen will ;-)
    Allen Lesern kann ich auch nur empfehlen: Stellt euch euren Ängsten! Es lebt sich gut mit Respekt, nicht aber mit Angst.

    • Reply
      Jasmin
      22. Januar 2015 at 22:05

      Haha das mit der Desensibilisierungsmaßnahme finde ich gut! :D
      Du sagst es, besser spät als nie! Und ich bin mir sicher, dass es ganz bestimmt auch Vorteile gibt erst später mit dem Reisen angefangen zu haben.. im Geiste können wir immer frei sein, ganz unabhängig vom Alter!
      Ich habe mir mit den Spinnen in Australien unheimlich schwer getan, ganz plötzlich war alles voll mit ihnen, aber mit der Zeit wurde es tatsächlich besser und als ich 9 Monate später in Asien war, bemerkte ich, dass meine Angst kaum noch vorhanden war…und über die Spinnen hier in Deutschland kann ich jetzt nur noch lachen… :)

      Ängste sind zum Überwinden da!

      Vielen Dank für deine großartige Ergänzung und dass du deine Erfahrungen geteilt hast!

      Herzliche Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Blogschau: März 2015 - Weltreiseforum: Die Informationsquelle für Individualreisende
    9. März 2015 at 10:00

    […] da mir die Autorin sehr sympathisch ist. Zum Beispiel in diesem Text, in dem sie sich zu ihren Ängsten bekennt und davon erzählt, wie sie diese überwindet. Dass genau die Bloggerin von Ängsten und Zweifeln heimgesucht wird, die von Panama nach Kolumbien […]

  • Reply
    Als Frau alleine trampen - Tipps für Frauen
    11. März 2015 at 21:02

    […] Meine Tipps wie ihr eure Ängste überwindet findet ihr hier: http://mira-mireau.com/2015/01/21/ich-habe-angst-die-angst-vorm-reisen/. […]

  • Reply
    5 Tipps, wie du es schaffst deine Träume zu verwirklichen
    4. April 2015 at 16:54

    […] Wovor hast du Angst? Was hält dich von deinen Träumen ab? Versuche so detailliert wie möglich eine Liste mit den Hinternissen zu erstellen und überlege dir anschließend, nicht ob, sondern wie du sie los wirst. Wie du deine Ängste los wirst habe ich in diesem Artikel bereits ausführlich beschrieben: http://mira-mireau.com/2015/01/21/ich-habe-angst-die-angst-vorm-reisen/ . […]

  • Reply
    Nico
    21. Juni 2015 at 1:38

    Hallo Jasmin, ich bin heute über den Feel4nature- blog auf deinen gestroßen.
    Ich muss sagen du triffst mit deinen Schilderungen, Gedanken, Annekdoten und Berichten auf unglaubliche Weise einen Nerv von mir. Gerade bin ich wieder in so einer Situation wo mich irgendwie vieles in meinem Leben stört, ich erkenne das ich mit meinem Studium nicht wirklich zu frieden bin und vergeude meine Tage damit genervt zu sein. Alles was ich je wollte war die Welt sehen, fremde Kulturen kennen lernen, interessante Menschen zu treffen und frei zu sein. Wären da bloß nicht diese Zweifel und Ängste. Ich habe in den letzten Monaten viel nachgedacht und habe tausend Ideen, am Ende tu ich dann doch nichts davon und bin wieder im unzufriedenen Alltag. Witzigerweise habe ich Monate wenn nicht Jahre da zu gebraucht zu erkennen, dass die glücklichste Zeit in meinem Leben die war als ich mit meinem Bruder für 2,5 Monate durch Westkanada gereist bin. Ich habe mir jetzt fest vorgenommen meinen ganzen Mut zusammenzunehmen und einen Plan aufstelle wie ich die nächsten Jahre glücklich werde und endlich „aufbreche“. Vielen Dank für deine Inspiration,
    liebe Grüße Nico

    • Reply
      Jasmin
      17. Juli 2015 at 17:23

      Lieber Nico,

      deine Worte sind so schön zu lesen, ich fühle mich dir und deinen Gedanken so nah.
      Meine glücklichste Zeit war ebenfalls jene, als ich die längste Zeit am Stück für eineinhalb Jahre unterwegs war. Vielleicht liegt das an uns, weil wir uns Zuhause in etwas reinzwängen, was wir nicht sind und nicht so leben wie wir es auf Reisen tun. Dennoch spielen auch äußerliche Faktoren eine Rolle, wie das Wetter, die Umgebung, die Menschen, die Natur …
      Einen Plan aufzustellen kann dir beim glücklich werden definitiv sehr hilfreich sein, denn dann wirst du aktiv und nur aktiv kann eine Änderung erzeugt werden. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und hoffe sehr für dich, dass du es schaffst und deinen Träumen folgen wirst!

      Liebe Grüße
      Jasmin

  • Reply
    Rosi Otter
    11. Oktober 2015 at 9:48

    Hallo liebe Mira Bin früher viel gereist, aber seit einigen Jahren traue ich micht faßt nicht mehr aus dem Haus. Meine Tochter rief letztenz an und wollte(sie war krank und ihr Mann im Ausland) meine Hilfe, da sie noch ein kleines kind hat. Ich bekam Panik und etliche Beschwerden. Ich konnte einfach nicht. Was bin ich für eine Mutter die ihrem kranken Kind nicht helfen kann. Sie wohn nur ca 200 km entfernt. Trotz Psychologe u Therapie bekomme ich meine Reiseangst nicht in den Griff, aber es muß was geschehen, nur was ??
    R. Otter

  • Reply
    Markus
    4. Juli 2016 at 14:54

    Hallo Mira, vielen Dank für Deine Seite, die einmal mehr beweißt, dass ich mit meiner Reiseangst nicht alleine bin. Sie begann während einer Asienreise vor 16 Jahren und hat mich nie wieder losgelassen. Das Schlimme ist: ich weiß einfach nicht, wovor ich Angst habe. Erdbeben, Flüge, Spinnen sind es ganz sicher nicht. Alleinsein kann es auch nicht sein, denn ich bekomme auch dann starke Beklemmungen, wenn ich bspw. mit meiner Partnerin verreise. Es ist schwer, sich gegen etwas zu behaupten, was man nicht einmal klar benennen kann. Eine Therapie hat bisher leider auch nicht viel Klarheit gebracht und so bleibt mir eigentlich nur, jedesmal aufs Neue loszufahren und zu hoffen, dass sich die Ängste legen. Manchmal funktioniert das hervorragend, aber es gab auch schon Momente, in denen ich umkehren musste. Mein einziger Tipp an „Mitleidende“ ist, es immer aufs Neue zu probieren und zu versuchen, bei Rückschlägen nicht zu hart mit sich umzugehen. Viele Grüße, Markus

  • Reply
    Reisepanik – Öko? Bio? Freak!
    17. August 2016 at 16:23

    […] meinem Weg durchs Netz habe ich einen Blogbeitrag von Mira gefunden und zwar Angst vorm Reisen, sie spricht eine ganz andere Angst vom Reisen an, die mir überhaupt nicht bewusst war, aber ihr […]

  • Reply
    Laura von YOURneys
    12. März 2017 at 17:48

    Hi,

    ich bin heute bei meiner Recherche zu einem Artikel über Ängste auf Reisen für meinen Blog auf diesen gestoßen. Echt informativ und gut gemacht :-)

    Grüße

    • Reply
      Jasmin
      16. März 2017 at 2:03

      Hi Laura, vielen Dank es freut mich, wenn es dir helfen konnte!

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