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KOMM MIT MIR AUF EINE REISE IN DEN ZAUBERHAFTEN NORDEN VIETNAMS

Vietnam?

Das ist doch dieses hektische, laute Land mit dem verrückten Verkehr, geprägt von tausenden von Motorrollern mit teilweise zwei, nein drei, nein sagen wir vier Menschen auf einem Gefährt?

Ja, das ist es! Manchmal sogar mit einem ganzen Einkaufsladen oder einem kompletten Zoo auf nur einem einzigen Motorroller. Ständiges Hupen dringt an deine Ohren, es gibt keine freie Sekunde, in der du endlich ohne große Furcht als Fußgänger über die Straße gehen könntest. Autos hier, Roller dort, Fahrradfahrer, Fußgänger, Taxifahrer, Tuc Tucs, Schubkarrenfahrer, Essensverkäufer, spielende Kinder, sich angeregt unterhaltende Freunde, Hunde, Katzen, Hühner…es gibt wirklich nichts, was nicht auf den belebten Straßen Vietnams anzutreffen wäre.
Doch das ist nur eine von vielen Seiten.
Kein anderes Land ist so vielseitig, so konträr, interessant, surreal und damit so einzigartig wie Vietnam. Es muss also nicht nur hektisch, laut und chaotisch zugehen, es kann genauso gut idyllische, ruhige und harmonische Plätze geben. 

Du musst nur wissen wo!

Damit auch du weißt, wohin du dich in Vietnam begeben musst, wenn du dem Verkehrschaos zu entfliehen versuchst, stelle ich dir nun meine unvergesslichen Highlights des Nordens vor. 

Schluss mit dem gespenstischen Kontostand, dem schlechten Wetter und dem nörgelndem Chef!
Lass dich verzaubern von gigantischen Reisfeldern im hohen Sapa, lerne liebenswürdigen Locals kennen und gehe auf die Suche nach dem mystischen Drachen aus den Tiefen der Buchten von Halong Bay!

 

SAPA

Nach Sapa kann man unzählige Touren von Hanoi aus buchen, die in jedem Hostel ungefähr den gleichen Preis aufweisen.
Es gibt Touren für zwei oder drei Tage mit jeweils einer Übernachtung in einem Hotel oder bei Locals. Für die ganz Harten gibt es sogar eine Motorradtour, dann solltest du allerdings wirklich gut damit umgehen können, da die Strecke nicht leicht sein wird.
Ich persönlich ließ mich auf eine Drei-Tages-Tour mit einer Übernachtung bei den Locals und einer im Hotel ein und würde in der Zukunft definitiv nichts anderes buchen wollen.
Die Zugfahrt nach Sapa war sehr angenehm und die Schlafkabinen sauber und ruhig. Weniger schön war hingegen die Busfahrt in den Bergen, bei der ich in jeder Kurve den Atem anhielt und angsterfüllt für mein Überleben betete. Hach ja typisch Asien eben..
Schon direkt nach der Ankunft gab es das erste Essen im Hotel und anschließend ging es sofort los zur Wanderung in unsere Unterkunft bei den Locals. Unsere Gruppe bestand aus fünf Backpackern und nach wenigen Metern dann auch schon gleich aus ca. 12 Einheimischen Frauen. 
Diese Frauen, alle in den traditionellen Trachten Sapas gekleidet, laufen Tag für Tag mit neuen Tourgruppen den Weg zu ihrer Unterkunft, das heißt sie wandern tag täglich ca. 8 Stunden mit Fremden. Warum machen sie das? Selbstverständlich um etwas Geld von dir zu bekommen. Schon gleich beim Mittagessen versuchten sie uns ihre Taschen, Tücher oder Ketten zu verkaufen und waren dabei leider auch recht hartnäckig und vor allem unfreundlich. Das war zwar anfangs echt nervig, doch nach dem ersten Versuch konnte ich sehr gut sehen, wer trotz des nicht von statten gegangenen Verkaufs, noch nett und freundlich zu uns war und wer nicht. Nach weiteren zwei Stunden waren nur noch vier Frauen bei uns. Sie waren alle im Alter von 17 und 22 und trugen während der gesamten Wanderung, die teilweise wirklich sehr anstrengend wurde, noch ihre Babys auf dem Rücken spazieren. Sie erzählten uns viel von ihrem Leben in Sapa, ihren Familien, den Traditionen, der Geschichte und vieles mehr. Mit einer Frau verstand ich mich besonders gut. Sie war es auch, welche mir an diesem Nachmittag ein Armband schenkte und lachend vor mir weg lief als ich ihr Geld dafür geben wollte. 
Plötzlich fing es an zu regnen und der Weg wurde immer rutschiger und schwieriger zu bezwingen. Während wir Backpacker also mit unserem guten Wanderschuhwerk regelmäßig auf dem schlammigen Boden lagen, weil wir an den schmalen Bergwegen scheiterten, halfen uns diese Frauen mit ihren Babys auf dem Rücken und ihren teilweise 17 jungen Jahren tatsächlich auch noch uns auf den Beinen zu halten. Ich meine es vollkommen ernst, wenn ich sage, dass keiner von uns diesen Weg ohne ihre Hilfe geschafft hätte. 
Am Abend fielen wir nach einem außerordentlich gutem Essen, viel Schnaps und interessanten Geschichten bei den Locals erschöpft ins Bett. (Ich habe noch nie einen Menschen so genüsslich solch widerlich schmeckenden Schnaps trinken sehen wie unseren Gastvater haha)
Der zweite Tag war verregneter als der erste und somit lief ich ganze fünf Stunden an der Hand meiner liebsten 17 jährigen Freundin und schlitterte neben ihr auf dem Schlamm daher. Ich verstehe bis heute nicht, warum wir es alle nicht ansatzweise schafften auf den Beinen zu stehen, während diese Frauen liefen als sei kein Tropfen Wasser auf der Erde..
Gegen Abend kamen wir hundemüde und sehr erschöpft in einer Gaststätte an und mussten uns von unseren Freundinnen verabschieden. Ich kaufte so viel ich konnte von meiner liebsten Freundin (zumal ihre Handarbeiten wirklich! wunderschön waren), gab ihr reichlich Trinkgeld und umarmte sie als gebe es kein Wiedersehen, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Fall sein wird. 
In meiner zweiten Nacht im Hotel, in der ich mit starken Magenkrämpfen und Fieber zu tun hatte, dachte ich über das Leben meiner neuen Freundin und der anderen Frauen nach. Ob sie wohl gerne in der Stadt leben würden? Gefällt ihnen, mal von dem Geldfaktor abgesehen, dieser stark zunehmende Tourismus? Ist ihre komplette Freundlichkeit nur gespielt und sind sie eigentlich genervt von den Touristen? 
Sie kennen es nicht anders, sie laufen diesen Weg ihr Leben lang, vielleicht ist es besser als manch anderer Job, ich weiß es nicht, ich möchte nicht einmal eine Behauptung aufstellen. Ich war jedenfalls froh, dass in meiner Gruppe wirklich alle großzügig Trinkgeld gegeben haben und wir keine dreisten Sparfüchse mit dabei hatten. Was hätten wir sonst machen können als eine schöne Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen viel Geld zu geben? 
Auch am zweiten Tag, an dem es nur in ein nahgelegenes Dorf ging, stimmte mich die Situation der Bewohner nach und nach trauriger. Überall standen bettelnde Kinder Barfuß am Straßenrand, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Eltern geschickt worden sind. Natürlich nervt es alle paar Meter nach Geld gefragt zu werden, besonders da ich selbst kein reicher Tourist bin, auf der anderen Seite deprimierte es mich aber auch sehr zu sehen wie schlecht es diesen Menschen geht und ich war froh als ich endlich wieder im Hotel ankam und die Heimreise antreten konnte.

Auch wenn du mit viel Armut rechnen musst, lohnt sich eine Fahrt nach Sapa allemal. Die Natur ist beeindruckend wie in keiner anderen Gegend Vietnams, selbst bei ständigen Regen und Nebel faszinierte sie mich zutiefst. 
Ich werde meine liebe Freundin wohl in vielen Jahren noch nicht vergessen haben. Sie war es, die meine Sapareise zu einem eindrucksvollen und liebenswerten Erlebnis machte. An sie und ihr Baby werde ich stets denken, wenn ich oder andere mal wieder auf höchsten Niveau am Jammern sind während sie täglich 8 Stunden mit Kind die schwierigsten Wege wandert und zusätzlich noch jammernde Touristen versorgen muss, um ein paar Dollar zu der Haushaltskasse dazu zu verdienen.

Sie und ihr Sapa haben definitiv mein Herz erreicht!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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HALONG BAY
(Bucht des untertauchenden Drachen)

Dem Mythos nach schickten die Götter den Vorfahren der Vietnamesen Drachen zur Hilfe der Bekämpfung von Eindringlingen aus dem Norden. Die Drachen haben Juwele aus dem Himmel gespuckt, welche sich in Inseln verwandelten sobald sie das Wasser berührten. Diese Inseln haben eine Barriere vor den Angreifern gebildet, so dass die Vorfahren das Land behalten und Vietnam gründen konnten. Während die Drachen zum Meer gelaufen sind, haben sie allerdings tiefe Furchen ins Land gezogen, welches vom Meer überflutet wurde nachdem sie in die Tiefen abgetaucht sind.

Ob man dem Mythos nun Glauben schenken mag oder nicht, sei jedem selbst überlassen, jedoch ist nicht zu bestreiten, dass die gewaltigen Felsen, die aus dem Wasser ragen eine gespenstisch, mystische Stimmung erzeugen und jeden Bootsinsassen beim ersten Anblick zum Schweigen brachten. 
Fotos können zwar die Schönheit der Halong Bay annähernd festhalten, doch sind sie leider nicht dazu in der Lage das geheimnisvolle Gefühl zu vermitteln, welches du erlebst, wenn du an Board aufwachst, aus dem Fenster schaust und zum ersten Mal im Schleier des Nebels die riesigen Kalkfelsen erblickst.
Daher ist ein Ausflug unbedingt ratsam und sollte ganz oben auf deiner Bucket Liste stehen!

So wie für Sapa werden auch für Halong Bay Touren in den Hostel von Hanoi angeboten.
Obwohl ich eigentlich lieber zwei Nächte auf dem Boot gebucht hätte, ging ich einen Kompromiss mit einer anderen Backpackerin ein und buchte eine Nacht auf dem Boot und eine in einem Hotel. Denn zu zweit machen solche Ausflüge oft viel mehr Spaß.
Die Tour beinhaltete eine Kanufahrt, einen Nachmittag auf Monkey Island, einen Karaokeabend an Board mit besoffenen Russen und der Crew, sehr gutes Seafood rund um die Uhr und einen Ausflug zu Cat-Ba Insel mit Übernachtung.  Die besoffenen Russen mit ihrem Koffer! voll von aus Russland mitgebrachter Wurst waren definitiv mein Highlight! „CREW! WODKA!“

Eine 1-Tages Tour würde ich auf keinen Fall empfehlen, da die An- und Abreise den halben Tag einnehmen und man somit kaum etwas von der Schönheit Halong Bays zu sehen bekommt. 
Eine 2-Tages Tour ist hingegen super. Eine Kanufahrt, anschließend eine wunderbare Nacht auf dem Boot und dann noch schnell die Cat-Ba Insel sehen, bevor es wieder zurück geht. Perfekt.
Die 3-Tages Tour, welche ich gemacht habe und nach der ersten Nacht auf dem Boot noch eine weitere in einem Hotel der Cat-Ba Insel verbrachte, kann ich nicht weiter empfehlen, da es auf der Insel kaum etwas zu unternehmen gibt und man somit einen kompletten Tag in einem überteuerten, langweiligen Hotel verbringen muss.
Für alle Bootstour-Liebhaber kann ich daher empfehlen 3 Tage auf dem Boot zu bleiben, da die gigantischen Buchten auch nach zwei Tagen noch nicht weniger aufregend wirken.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

HANOI

Hanoi ist eine wirklich schöne und aufregende Großstadt. Durch die idyllische Altstadt und den in der Mitte der Stadt gelegenen romantischen Hoan Kiem See lässt einen die Hauptstadt trotz der vielen, vielen, VIELEN Mopeds nicht wirklich groß und hektisch erscheinen, sondern lädt zum herum schlendern in den verschiedenen Vierteln ein.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wenn du bald im Norden Vietnams sein wirst oder du es vorhast, sei bitte nicht zu geizig bei den Touren nach Sapa und Halong Bay. Du verpasst garantiert etwas großartiges! Spar lieber an ein paar Bier oder neuen Klamotten, denn diese Eindrücke werden garantiert für dein Leben lang bleiben!

 

 

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copyright Jasmin Böhm
 

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