Ozeanien Reiseberichte

Aborigines, Partys und Vergewaltigungen – Backpacking in Darwin

Auf der Suche nach der spirituellen Kultur der Aborigines und mehr Job Möglichkeiten für Backpacker floh ich aus dem überfüllten, hektischen Sidney und ging in den Norden des Landes nach Darwin.
 
 
Grund hierzu unter anderem mein für Backpacker Hostels in Sydney typisches Gespräch mit Andy aus England:
 
Andy: „Warum fliegst du nach Darwin? Dort ist es sau langweilig und es gibt nicht mal schöne Strände.“
Ich: „Ich kam nach Australien um etwas Neues zu sehen. Party habe ich daheim. Schöne Strände ein paar Flugstunden entfernt. Es muss doch außer billigen Wein aus der Tüte noch etwas Besonderes in diesem Land geben. Ich möchte ins Outback, dort muss es komplett anders sein.“
Andy: „Ins Outback?“ *lacht* „Alter da ist nichts.“
Ich: „Warum bist du denn ans Ende der Welt geflogen?“
Andy: „Man bekommt sau viel Geld. Die Partys sind mega geil und die girls richtig einfach zu haben. Backpacking eben.“
 
Hach ja. Andy und ich wurden die aller besten Freunde.
 
 
 
Natürlich wurde ich auch in Darwin nicht von Backpackern wie dem lieben Andy verschont, da die Stadt nur so von Bars und Clubs (mit immer der immer gleichen kommerziellen Musik und auf den Tischen tanzenden Frauen) wimmelte. Der nächtliche Vergleich zum Ballermann oder Koh Phi Phi scheint demnach tatsächlich nicht zu weit hergeholt. Doch auf Grund der berühmten Nationalparks in der Umgebung, gab es auch viele Natur bezogene Reisende, die lieber die exotische Natur anstatt die vielen Bars und Clubs genießen wollten. Wie immer im Leben gibt es solche und solche. Darwin zu mögen, fällt daher ziemlich vielen Backpackern nicht wirklich schwer.
 
 
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Fakten über Darwin

  • Wurde von drei Zyklonen 1887, 1937 und 1974 so wie durch einen Luftangriff der Japaner 1942 fast vollständig zerstört, aber immer wieder von den Einwohnern erneut aufgebaut
  • Nördlichste Großstadt Australiens und Hauptstadt des Northern Territory
  • Viele Backpacker Hostels befinden sich auf der Mitchell Street, auf welcher sich allerdings auch sämtliche Clubs und Bars befinden und es daher in den Hostels ebenfalls ziemlich wild zugeht
  • Das Meer wird von hoch giftigen Quellen heimgesucht, weshalb das Schwimmen dort untersagt ist
  • Tägliche Temperaturen von 30-35° C und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit machen die Einwohner extrem langsam und gechillt, was zur typisch australischen „laid-back Haltung“ führt
  • Regenzeit ist von November bis April
  • Bekannt als das australische Tor nach Asien

 

Highlights in Darwin

  • Ausflüge in den Kakadu- & Litchfield Nationalpark
  • Ausflug zum Mindil Beach Sunset Market (Hier gibt es jeden Donnerstag und Sonntag ab 17 Uhr die schönsten Sonnenuntergänge, Live Musik, Vorführungen und leckeres kulinarisches Essen.)
  • Besuch vom Museum & Art Gallery of the Northern Territory
  • Spaziergang am Casuarina Beach
  • Schwimmen im Wellenbad und im geschützten Meerwasser-Becken bei der Darwin City Waterfront (Am Ende der Smith Street)
  • Krokodiltouren auf dem Adelaide Fluss
  • Feiern auf der Mitchell Street und einkaufen in der Smith Street Mall

 

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Jobs gibt es überall in Australien mal mehr und mal weniger. In Darwin arbeiten die meisten Backpacker für Farmen in der Umgebung, in Hostels oder in einer der vielen Bars und Restaurants. Es fiel mir in keiner anderen Stadt Australiens einfacher einen Job zu finden als in Darwin. Überall arbeiteten Backpacker, jeder Arbeitgeber rechnete damit, dass du bald wieder das Weite suchen würdest und stellte dich dennoch gerne ein. Einfacher ging es nicht.
 
Jobs fand ich sowohl auf www.gumtree.com als auch durch Aushänge in den Hostels oder am einfachsten durch schlichtes persönliches Nachfragen.
 

 

Regenzeit in Darwin

 
Verlasse Darwin vor der Regenzeit. Du darfst die Regenzeit auf gar keinen Fall unterschätzen, denn wenn es einmal angefangen hat, kommst du so schnell nicht mehr weg. Zumindest wenn du kein Millionär bist und andauernd durch die Gegend fliegen kannst. Während der Regenzeit (von November bis April) ist in Darwin absolut gar nichts mehr los.
Die beste Zeit um einen Job zu finden, denkst du dir? Das mag sein, aber ohne große Kundschaft besteht auch kein sonderlich großer Bedarf an Personal. Außerdem sollte man als Backpacker in Australien nun wirklich nicht seine Zeit bei Regenwetter verschwenden, während der restliche Kontinent täglich von der Sonne geküsst wird.
 

 

Aborigines in Darwin

 
Kommen wir zu meinem letzten Tipp für das schöne Städtchen Darwin.
So gerne du auch mit den Aborigines chillen würdest, komme bitte nicht auf die Idee, dich alleine zu ihnen zu gesellen. Zu 99% kannst du damit rechnen angeschrien und angespuckt zu werden oder was am wahrscheinlichsten sein wird, eine Bierflasche an deinem Kopf zu spüren. Ich denke keine Option ist wirklich empfehlenswert und sicherlich nicht in deinem Interesse. Die Aborigines leben meist in großen Gruppen auf der Straße. 24/7 sturz betrunken. Leider ziemlich aggressiv.
Die Australier selbst sprechen von ihnen wie von einer Art Pest. Sie seien undankbar und würden sich nicht anpassen. Die Regierung habe ihnen Wohnhäuser gestellt, die sie jedoch verwüstet und teilweise angezündet hätten.
 
Die Situation ist wirklich sehr traurig. Wer nach Australien reist, der hat natürlich auch die spirituelle Kultur der Aborigines im Kopf und freut sich auf seine Erfahrungen mit ihnen. Doch die Realität sieht leider anders aus. Sie leben am Rande der Gesellschaft, absolut isoliert und nicht integriert. Durch ihre Aggressivität und den Alkohol- und Drogenkonsum halten sowohl Einheimische als auch Touristen Abstand von ihnen. Es scheint als sei Ignoranz momentan die einzige Möglichkeit für die Australier mit diesem Problem umzugehen. Traurig anzusehen ist es allemal.
 

 

Meine Erfahrungen mit den Aborigines in Darwin


Besonders deutlich wurde mir das Problem als ich eines Tages die Polizei wegen eines dramatischen Vorfalls um Hilfe beten musste. Noch einen Tag zuvor wurde ich bei starkem Regenfall gemeinsam mit meinen Freunden selbstverständlich von der Polizei im Auto nach Hause gefahren. Daher nahm ich an, dass die Polizei in Darwin wahrhaftig dein Freund und Helfer sei, doch einen Tag später musste ich das Gegenteil erfahren.

Auf meinem Heimweg von der Arbeit in einem Restaurant, hörte ich laute Hilferufe aus der Ferne eines großen Parkplatzes. Auch wenn es bereits dunkel und ich mir sehr wohl im Klaren war, dass dies einer der Situationen war, vor denen mich meine Eltern stets gewarnt haben, ging ich intuitiv den Rufen nach.
Nur emotionslose Monster ohne Herz hätten diese Rufe ignorieren können.
Mir war ziemlich mulmig zu mute, mein Herz schlug wie wild, und ich konnte kaum etwas sehen, doch trotzdem ging ich immer weiter. Dann, nach ungefähr 50m, konnte ich die Hilferufe schließlich einer Frau zuordnen.

Sie war Aborigine und wurde gerade vergewaltigt. Als sie mich sah schrie sie nach mir und flehte mich an ihr zu helfen. Ich war wie versteinert, doch als mich plötzlich der Mann, der sich an ihr zu schaffen machte, sah, schrie er mich an, dass ich mich gefälligst „verpissen“ solle. Es sei seine Frau und daher sei es sein Recht mit ihr zu machen, was er wolle. Auch wenn ich nichts lieber getan hätte als ihr zu helfen, rannte ich so schnell ich konnte wieder zurück auf die Straße. Dort angekommen suchte ich hektisch nach Hilfe von Menschen. Doch leider fand ich wieder nur betrunkene Backpacker vor, die sich einen Dreck darum scherten und lieber zur nächsten Bar fielen als mir zu helfen. Erst als ich selbst vor lauter Verzweiflung zu weinen anfing, blieben doch noch zwei junge Männer stehen. Helfen wollten sie allerdings auch nicht, da sie nicht in Schwierigkeiten geraten wollten. Sie gaben mir allerdings ihr Handy, damit ich bei der Polizei anrufen konnte. Dankbar nahm ich ihre Hilfe an.

Zunächst schien die Polizei ebenso besorgt und aufgeregt zu sein wie ich. Doch als sie mich nach der Hautfarbe der Frau fragten und sie erfuhren, dass es sich um eine Aborigine handelte, teilten sie mir nur mit, dass sie ihr nicht helfen können. Dies sei „normal in deren Kultur“. Ich war fassungslos.“Deren“ Kultur. Das es so ein Verhalten tatsächlich im 21. Jahrhundert in einem Land wie Australien noch gibt, schockierte mich zutiefst.

Für einige Minuten versuchte ich sie noch zu überzeugen, aber es war zwecklos. So stand ich nach einer halben Stunde verzweifelter Hilfesuche alleine und aufgelöst auf der Straße in Darwin. Die sehnsüchtigen, verweinten Augen der Frau immer noch in meinen Gedanken und fühlte mich plötzlich zu tiefst alleine gelassen in dieser Welt.

Was machst du also in solch einer Situation?
Gehe zurück in dein Hostel.
Benimm dich wie die anderen Backpacker und tu so als sei nie etwas gewesen.
Grandios. Auch das kann Australien sein.

 

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